FAIR TRADERS- ein Film von Nino Jacusso

Am Dienstag, 11. Juni im Kino mon ami um 19 Uhr

Die GRÜNE LIGA Thüringen, die Fair-Handels-Beratung Thüringen und die Steuerungsgruppe Fair Trade Town Weimar laden in Kooperation mit dem Kino mon ami Weimar zur Filmvorführung mit Podiumsgespräch ein

 

Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung ethischer Ansprüche - geht das?

Der Film FAIR TRADERS geht der Frage nach, wie ein Wirtschaftsmodell nach dem Neoliberalismus aussehen kann und zeigt hierzu die Haltung dreier Vorreiter, die tagaus tagein zwischen fairer Bezahlung innerhalb der gesamten Lieferkette, biologischer Produktion und dem Kostendruck der freien Marktwirtschaft balancieren. Der Film eröffnet so aus einer oft hoffnungslos erscheinenden globalen Situation einen motivierenden möglichen Ausweg und rückt Ethik und Nachhaltigkeit als Faktoren für den Erfolg ins Zentrum. Drei Akteure der freien Marktwirtschaft übernehmen Verantwortung für die Gesellschaft und nachfolgende Generationen: Sie wirtschaften nachhaltig. Der Film blickt auf Karrieren von erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern in unterschiedlichen Stadien, die lokal, national und international agieren und Markt und Moral vereinbaren.

Gespräch mit lokalen Akteuren

Die Veranstalter laden in Kooperation mit dem Kino mon ami Weimar alle Interessierten zur Filmvorführung am 11. Juni ab 18:30 Uhr herzlich ein. Ein Rahmenprogramm bietet die Möglichkeit, sich an Ständen Vorort zu informieren und in einem anschließenden Podiumsgespräch den Film zu besprechen und Fragen an lokale Akteure zu stellen und zu diskutieren.

Hintergrund

Wachstum bedeutet die Zerstörung unseres Planeten. Dieser Meinung sind die Verfechter der Postwachstumsökonomie. Regisseur Nino Jacusso findet, dass die von ihm porträtierten «Fair Traders» diese bereits umgesetzt haben. Sein Film will zeigen, dass ständiges Wachstum nicht nötig ist. Der Regisseur steht mit dieser Meinung nicht alleine da: 200 europäische WissenschaftlerInnen schrieben in einem offenen Brief auf «Zeit.de» im September letzten Jahres: «Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaftstätigkeit auch nur annähernd so weit von Ressourcenverbrauch oder Umweltverschmutzung entkoppelt, wie es tatsächlich notwendig wäre.» Dementsprechend könne wirtschaftliches Wachstum nicht nachhaltig sein. Auch soziale Probleme in Europa würden nicht durch weiteres Wachstum, gelöst. Sondern mit einer gerechteren Verteilung des Reichtums.

Fair und regional!

Eindrücke vom Weltladentreffen Ost in Neudietendorf vom 3.-5.Mai 2019

Fair und regional

… zu denken - das kam immer wieder mal in den Workshops und Diskussionen beim Weltladentreffen Ost zur Sprache. Es ist fair, neben dem Honig aus dem Süden unserer Welt auch den Honig des kleinen Imkers von nebenan zu auszustellen und zu verkaufen. Im Workshop „Anders statt mehr “, in dem es um Gemeinwohl-Ökonomie ging, wurde u. a. die Idee geboren, den Weltladen auch den Höfen der Solidarischen Landwirtschaft in der eigenen Region zur Verfügung zu stellen (z. B. als Abholstation).

Im gleichen Workshop ging es auch um den ökologischen Fußabdruck. Macht es wirklich Sinn, Dinge, die der Handwerker um die Ecke herstellen kann, tausende Kilometer weit herzuholen, um sie im Weltladen zu verkaufen?

Was bedeutet das? Das Sortiment zu überdenken und zu „entrümpeln“? Unter dem Motto: Weniger ist mehr! Zu überlegen, was eigentlich in den Weltladen gehört?  Beispielsweise Kaffee, Tee und Kakao – eben Dinge, die  bei uns nicht wachsen.

Fair transportieren

Habt ihr schon vom „Segelkaffee“ gehört? Jens Klein aus Leipzig hat eine Genossenschaft gegründet, die eine Kooperation mit Kaffeebauern in Nikaragua eingegangen ist. Ein Teil des gerösteten Kaffees wird mit dem Segelschiff transportiert – ein Thema, dass schon lange schwelt: fair handeln, aber mit Dreckschleudern (Containerschiffen) transportieren. Das nächste Schiff legt am 5. Juli in Hamburg an. Jens Klein hat in Thüringen von „seinem“ Kaffee erzählt und lädt alle zum Ausladen in Hamburg ein!

Weltladen als Vertriebspartner

Natürlich braucht es auch die „schönen Dinge des Lebens“ – die Nippes. Produzenten bzw. Importeure dessen waren ebenfalls in Thüringen. Ich habe verschiedene Eindrücke gewonnen: Einmal gibt es die junge Frau, die mit einem Afghanen verheiratet ist und aus dessen Heimatland Silberschmuck importiert (www.bazarak.de). So jemandem die Tür des Weltladens zu öffnen und damit beim Vertrieb/Verkauf zu unterstützen, das finde ich toll. Und das verstehe ich unter dem Begriff Weltladen. Andererseits gibt es Anbieter, die in Indien oder anderenorts extra Dinge für den europäischen Geschmack 

Mehr unter: www.cafe-chavalo.de anfertigen lassen. Das ist nicht so mein Ding – klingt mir so nach Neo-Kolonialismus. Ich möchte lieber die Dinge aus aller Welt mit anderen teilen, die im Herkunftsland auch so getragen werden.

Übrigens gibt es seit ein paar Jahren einen Verbund der Einzelimporteure wie bazarak. Mehr unter: www.fair-band.de

Tropfen auf den heißen Stein?

Das, was wir tun, ist der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.  Ja! Aber: Viele Tropfen bilden das Meer! Und solche Beispiele wie PREDA ermutigen. Shay Cullen, der Initiator, war beim Weltladentreffen dabei. Seit 45 Jahren kann auf den Philippinen durch den fairen Handel Kindern geholfen, können sie von der Straße geholt werden. Der sexuelle Missbrauch von philippinischen Mädchen kann thematisiert, das Gespräch zu Menschenrechten gesucht und geführt werden.

Der  Fair-Handels-Importeur Weltpartner (früher dwp) ist Vertriebspartner von PREDA, angekündigt wurden besondere Aktionen zum Jubiläum. Neu sind „Schutzengel“ als Fruchtgummis, die wohl alle Kinder brauchen – die philippinischen und unsere.

Was in Thüringen auch noch einmal klar wurde: Es gibt einen nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte! Dabei geht es um faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette aus dem globalen Süden zu uns nach Europa. Dazu hat eine bundesweite Kampagne, die von den Weltläden unterstützt wurde, beigetragen.  

Junge Leute  motivieren

Mir begegnen immer wieder junge Leute, die mit einem start up den fairen Handel unterstützen, so wie Jens Klein mit seinem „Segelkaffee“ aus Leipzig oder junge Berliner, die Kaffee aus Ruanda importieren und sogar einen reinen „Frauenkaffee“ entwickelt haben (www.kaffee-kooperative.de).  Für diesen wurde mit Hilfe eines Crowdfunding das Geld für den Transport vorfinanziert. Für das eingesetzte Geld bekamen die Beteiligten dann als Gegenwert den Kaffee.

Was will ich damit sagen? Der faire Handel entwickelt sich! Das ehrenamtliche Engagement langjähriger Weltladen-Mitarbeiter ist dabei genauso gefragt wie die frischen Ideen junger Leute. Um noch mehr junge Leute anzuregen, über eine faire Welt nachzudenken bietet der Leipziger Eine Welt e. V. Freiwilligendienste und Jugendaustausch an.

Wenn es junge Leute  gibt, die sich dafür interessieren, dann verweist diese auf die Homepage www.einewelt-leipzig.de

Bericht von Angelika Kuboth (gekürzt)

 

Fotos: H.Sedlacik

Ehrenamtliches Engagement macht Schule

Jugendliche im FSJ besuchen den Weltladen

Heute waren in Weimar einige Gruppen von Jugendlichen, die ein sogenanntes Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren unterwegs.

Sie nahmen sich vor, solche Einrichtungen in Weimar ausfindig zu machen,  in denen das Ehrenamt eine große Rolle spielt. Der Austausch über ehrenamtliches Engagement, wer da mitmacht, wie das funktioniert und welche Rolle diese Aktiven dabei spielen war für beide Seiten interessant.

Besonders stolz machte uns, dass unser Verein Aktionsgemeinschaft Faire Welt e.V. neben solchen hervorragenden Vereinen wie Camsin e.V. , das Stellwerk Weimar e.V.  oder Radio Lotte Weimar e.V. auch die Aufmerksamkeit  der Jugendlichen fand.

Ein interessanter Dialog über unsere Aufgabenstellungen als Anbieter fair gehandelter Produkte, als Bildungsverein des globalen Lernens und Unterstützer bundesweiter Kampagnen für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen fand somit im Weltladen Weimar statt.

Weltgebetstag der Frauen 2019

Kommt, alles ist bereit!

Jeweils am ersten Freitag im März feiern christliche Frauen in über 170 Ländern den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag.

Gemäß der Idee des „Global denken – lokal handeln“ erfahren die TeilnehmerInnen viel über die Lebenswirklichkeit von Frauen in anderen Ländern. Ein sichtbares Zeichen der Solidarität ist die Förderung von Frauenprojekten durch die Kollekte.

Dieses Jahr war Slowenien gewidmet mit folgender Losung:

„Kommt, alles ist bereit!“ Die Frauen in Weimar erzählten verschiedene Frauengeschichten aus Slowenien über Glück, Ausgrenzung, Arbeitslosigkeit und Alkoholismus und dabei wurde gesungen und gebetet.

So wichtig wie für die Frauen der Welt das Gebet ist, so wichtig ist es, mit dem Weltgebetstag auf die Probleme dort aufmerksam zu machen.

Der Weltladen ist schon einige Jahre dabei und im Seniorenpflegeheim Sophienhaus, Humboldtstraße 14 hatten wir einen kleinen, aber feinen Stand, wo einige Frauen bei uns faire Waren, nicht nur aus Slowenien, gekauft haben.

Nächstes Jahr wird sich der Weltgebetstag mit Zimbabwe beschäftigen,

Die Losung: Rise! Take Your Mat and Walk !

Wir werden uns bemühen, entsprechende Ware aus Afrika an zu bieten und sind auf jeden Fall wieder mit dabei.

H.und S.Sedlacik

Todesursache: Flucht!

Einladung zur Autor*innen-Lesung am 27.Februar

Menschenrechte sind nicht verhandelbar, schutzbedürftige Menschen müssen geschützt werden, das Sterben muss aufhören!

Die Aktionsgemeinschaft Faire Welt e.V. Weimar hat die Kampagne

am 10. Dezember 2018, zum internationalen Tag der Menschenrechte,

unterstützt und das Buch "Todesursache Flucht" im Weltladen angeboten.

Gegenwärtig wird durch Autor*innen-Lesungen das Thema des Buches bundesweit bekannt gemacht.

Die Berliner Autorin Anja Tuckermann ist in Weimar keine Unbekannte und sie hat zugesagt, mit uns über das Projekt zu diskutieren.

 

          Termin: 27.Februar, 19:30 Uhr Stadtbibliothek Weimar,

          Steubenstraße 1, Gewölbekeller.

 

Das Buch "Todesursache: Flucht" umfasst eine Liste von über 35.000 auf der Flucht nach oder in Europa Gestorbenen seit 1993. Darin sind nur die belegten Fälle verzeichnet, die meisten ohne Namen. Die Herausgeberinnen Anja Tuckermann und Kristina Milz haben einige Namen recherchiert und über einige der Toten Porträts geschrieben und Fotos der Menschen, die sie waren, abgedruckt. 18 Journalisten, Wissenschaftler, Künstler, und Jugendliche haben Gastbeiträge über ihre Erfahrungen, die notwendige Seenotrettung, Fluchtgründe oder das Gedenken geschrieben. Anja Tuckermann liest einige Porträts vor, erzählt von der Idee zum Buch und warum es in Deutschland kostenlos verteilt wurde.

H.Sedlacik

Weltladen Weimar

Aktionsgemeinschaft "Faire Welt e.V."                                

Windischenstr.24              

99423 Weimar                      

Tel: 

03643 501576

Mail:

weltladen-weimar@web.de

 

Öffnungszeiten:

Mo-Fr  12-18 Uhr

Sa   10-13.00 Uhr